Carcassonne Mayflower
19.Juni 2009 Björn Lippold
Das klassische Carcassonne (Spiel des Jahres 2001) wurde bereits durch diverse Erweiterungen ergänzt, doch Carcassonne Mayflower ist wie Carcassonne Neues Land ein eigenständiges Spiel, das das grundsätzliche Spielprinzip variiert und den Schauplatz von der französischen Stadt wegbewegt.
Wie der Name schon andeutet, geht es bei Carcassonne Mayflower um die Besiedelung Amerikas durch die Europäer. Wie gehabt wird aus kleinen Landschaftsplättchen Stück für Stück eine Karte zusammengesetzt, auf die die Spieler ihre Siedler stellen können. So stehen Banditen auf den Straßen, Sheriffs in den Städten, Farmer auf den Höfen und Trapper in der Wildnis. Sobald die so besiedelten Gebiete vervollständigt sind, kassiert der entsprechende Spieler Punkte. Soweit folgt Carcassonne Mayflower dem bekannten Prinzip.
Hinzu kommen neben ein paar kleinen Detailveränderungen bei der Wertung zwei neue Konzepte. Zunächst wird das ganze Spielfeld von einem festen Spielbrett aufgebaut, das die Ostküste Amerikas zeigt (und den Punktezähler enthält). Das heißt, die Spieler arbeiten sich immer weiter nach Westen vor. Außerdem gibt es die beiden Landvermesser, die mit jeder Wertung ebenfalls weiter gen Westen ziehen. Stehen sie bei einer Wertung in der selben Spalte wie die Figur, die die Wertung auslöst, gibt es Bonuspunkte. Ziehen beide Landvermesser an einem Siedler vorbei, wird dieser ohne Punkte aus dem Spiel entfernt.
Durch diese beiden neuen Regeln entwickelt das Spiel eine eigene Dynamik, so daß die Spielfläche sehr gezielt in eine Richtung wächst. Mit den Landvermessern bekommt man nicht nur die Möglichkeit, Bonuspunkte zu bekommen, sondern man kann den Gegner auch um Wertungen bringen.
Damit bleibt Carcassonne Mayflower prinzipiell den Ideen des ursprünglichen Spiels treu und bereichert sie um ein paar Elemente. Das Spiel ist nett illustriert und durchdacht. Wer Carcassonne mag und unbedingt eine Variante braucht, bekommt hier eine durchaus gelungene Version. Auch Neulingen, die gar nicht erst mit Erweiterungen anfangen wollen, kann man das Spiel empfehlen. Im Vergleich zu den Möglichkeiten, die Carcassonne selbst mit seinen Erweiterungen bietet, greife ich persönlich lieber zu dem bewährten Klassiker.
(Rezension aus Mephisto 43)
Tags: Brettspiel, Hans im Glück
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