Das Geheimnis der Abtei

09.Oktober 2007 Björn Lippold

T. Petersen
Das Geheimnis der Abtei
Days of Wonder, 3-5 Spieler

Das Geheimnis der Abtei ist ein Detektivspiel, das sich deutlich an Der Name der Rose und neueren Mittelalter-Krimis anlehnt. In einer Abtei wurde ein Mord begannen, und die Mönche der Spieler müssen aus den 24 Verdächtigen den Mörder finden. Jeder der verdächtigen Mönche ist durch Rang, Orden, Kopfbedeckung, Bart und Leibesfülle charakterisiert. Während die Verdächtigenkarte des Mörders aussortiert wird, werden die anderen Karten unter den Spielern verteilt, und ein guter Teil des Spiels beruht darauf, daß sich die Spieler gegenseitig Fragen stellen, wenn sich ihre Mönche treffen, um beispielsweise zu klären, wieviele bärtige Mönche ein Spieler auf der Hand hat. Anhand dieser Informationen gilt es, den Täterkreis einzuengen. Dieses einfache Spielprinzip wird durch viele kleine Regeln erweitert. So werden von Zeit zu Zeit Ereigniskarten gezogen, die den Spielverlauf verändern. Im Skriptorium gibt es Karten, die einem Spieler weiterhelfen und in der Bibliothek liegen noch mächtigere Karten, die allerdings nur einmal und nur von dem Spieler mit den wenigsten Karten genommen werden dürfen. Eventuell lohnt es sich auch, in den Zellen der Mitspieler herumzuschnüffeln, um deren Ermittlungsergebnisse zu überprüfen, solange man sich dabei nicht erwischen läßt.

In der vorliegenden Fassung ist zudem noch die Ergänzung Die Chroniken der Pilger enthalten, die das Spiel um weitere Karten ergänzt.

Das Geheimnis der Abtei ist stilsicher umgesetzt (auch wenn die Wahl der Templer als Orden etwas sonderbar wirkt) und die Karten haben sehr nette Hintergrundtexte, die die mittelalterliche Stimmung unterstreichen und Ereignisse mit dem Hintergrund des Spiel verknüpfen. So findet man Geheimgänge, mit denen man den Weg abkürzen kann, oder der Mörder schlägt erneut zu und grenzt durch weitere Morde den Verdächtigenkreis ein. Vor allem erfordert das Spiel allerdings das Deduktionsvermögen der Spieler, und die verschiedenen Lösungsstrategien müssen trotz einiger Tips auf dem Referenzbogen erstmal erarbeitet werden. Zwar ist durch die Karten auch ein wenig Glück im Spiel, doch am Ende macht sich gute Kombinationsgabe oder aber auch Risikobereitschaft beim Benennen des Täters bezahlt. Allein durch den Lerneffekt hat das Spiel einen hohen Wiederspielwert, denn erst bei Spielen offenbaren sich die Möglichkeiten, die sich bieten, um das Geheimnis der Abtei zu lösen. Aus diesem Grund kann man das Spiel wirklich empfehlen.

Rezension aus Mephisto 32.

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