Iron Kingdoms Kampagnenhandbuch

27.Juni 2009 Markus Pohlmann

Fast ein ganzes Jahr lang mußte sich die Spielerschaft gedulden, bis der zweite Band für das Iron Kingdoms Rollenspiel erschienen ist. Mit dem Nachfolgewerk legen Privateer Press und Ulisses Spiele einen reinen Hintergrundband vor. Auf den 400 Seiten des Hardcoverbuches finden sich keinerlei Regeln, Prestigecharaktere oder Monster, sondern gebündelte Informationen über die Königreiche.

Es ist nur folgerichtig, daß der Band mit einem ausführlichen historischen Überblick beginnt. Dieser reicht von den frühesten Aufzeichnungen der Elfen und Zwerge über die Besatzung durch die mysteriösen Orgoth bis hin zu den aktuellen Ereignissen, die ihren Einfluß auf die Regelwerke der Tabletops Warmachine und Hordes ausdehnen.

Nachdem man sich so einen ersten Überblick über die Spielwelt verschaffen kann, folgt im nächsten Kapitel die Beschreibung von Industrie und Handel in den Iron Kingdoms. Man erhält Einblick in das Bankwesen, den Bergbau, verschiedene kleinere Industriezweige und natürlich in die Herstellung der gewaltigen Jacks. Auch die verschiedenen Währungen und Handelsgüter und -wege der einzelnen Länder finden hier ihre Berücksichtigung. Wirklich interessant für den Spielleiter, aber auch die Spieler, ist der Teil dieses Kapitels, der sich mit den verschiedenen Gilden, Handelshäusern und Zünften beschäftigt. Hier finden sich Informationen über die Ziele und Hintergründe dieser Organisationen und ihrer herausragenden Persönlichkeiten sowie Vorschläge, diese in den eigenen Abenteuern zu nutzen. Ebenfalls bekommt man einen Einblick in das Rechtssystem der verschiedenen Reiche und wird mit den Konsequenzen vertraut gemacht, die die Spieler erwarten, sollten sie sich jenseits des Gesetzes bewegen.

Der zentrale Teil des Bandes besteht aus der Beschreibung der Königreiche, ihrer Geschichte, Verwaltung und militärischen Organisation und nimmt einen Großteil des Inhalts ein. Vom mächtigen Cygnar bis hin zum sterbenden Ios werden die wichtigsten Länder, Städte und Orte vorgestellt. Um die Informationen abzurunden, werden auch hier herausragende Persönlichkeiten mit ihren Motiven vorgestellt und in den Hintergrund eingebunden. Ergänzt wird dieses Kapitel mit Abenteuerideen, Gerüchten und Halbwahrheiten, die den Iron Kingdoms ein eigenes Flair verleihen.

Um in der Unmenge an Informationen nicht den Überblick zu verlieren, findet sich am Ende des Buches noch eine Übersicht der vorgestellten Nichtspieler-Charaktere und ein ausführlicher Index, der die Orientierung wesentlich erleichtert. Als kleiner Bonus ist eine großformatige, farbige Karte Immorens eingelegt, so daß man auch eine Vorstellung von den räumlichen Gegebenheiten des Kontinents bekommt.

Mit dem Kampagnenhandbuch liefern Privateer Press und Ulisses Spiele für ihren Iron Kingdoms-Hintergrund eine rundum solide, gelungene Arbeit ab. Der Aufbau des Buches und der Schreibstil nehmen den Leser mit auf eine Rundreise durch dieses ungewöhnliche D20-Setting. Verstärkt wird dieser Eindruck durch das vollständige Fehlen von regelspezifischen Angaben. Das Layout ist solide und wird immer wieder von zahlreichen Einschüben und Illustrationen aufgelockert. Die Übersetzung bietet, von Kleinigkeiten abgesehen, keinerlei Grund zur Kritik. Auch für die Spieler von Warmachine und Hordes bietet sich hier eine willkommene Möglichkeit an, zusätzliches Hintergrundmaterial für ihre Spiele zu gelangen.

(Rezension aus Mephisto 43)

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