Necro­nomicon (Cthulhu)

16.Juni 2009 Björn Lippold

Wenn es einen Buchtitel innerhalb des Cthulhu-Mythos gibt, der Gier und Schrecken gleichermaßen heraufbeschwört, dann ist es wohl das berüchtigte Necronomicon, jenes Werk das auch als Al Azif bekannt ist. Allerdings handelt es sich bei dem vorliegenden Buch nicht etwa um eine weitere Übersetzung des Necronomicons, sondern um ein Quellenbuch, das sich den gefährlichen Büchern des Cthulhu-Mythos in ihrer ganzen Bandbreite widmet (diese Ausgabe des Necronomicons wird innerhalb des Quellen­buchs ebenfalls abgehandelt).

Grundsätzlich bietet das Buch zwei Komponenten, nämlich Hintergrundartikel und Kataloge von Büchern und Artefakten.

Die Hintergrundartikel behandeln etwa die Geschichte des geschriebenen Worts und Alternativen zum normalen Buch bei der Übermittlung von Wissen. Später werden auch Verschlüsselungstechniken und die Gestaltung von Texten für fiktive Mythosschriften erläutert. Auch die Frage, welche Rolle die berüchtigten Bücher im Rollenspiel spielen können, wird angesprochen.

Der weitaus größere Teil des Buchs ist jedoch ein Katalog der wichtigsten Mythosbücher in ihren verschiedenen Auflagen und Versionen. Neben den schwergewichtigen Klassikern werden auch unwichtigere Bände und andere okkulte Werke vorgestellt, außerdem gibt es einen Katalog mit außerirdischen Artefakten und Mythosrelikten. Gerade bei den Hauptbüchern des Mythos wird dabei Wert darauf gelegt, deren Bedrohlichkeit nicht nur an Stabilitätsverlusten, sondern an viel sinstreren Wirkungen festzumachen.

Das umfangreiche Kompendium ist gut geschrieben und stellt tatsächlich eine riesige Mythosbibliothek zur Verfügung. Gelungen ist dabei auch, daß für die Artefakte die Quellenangaben zu den Originalgeschichten nicht fehlen. Zudem werden noch einige neue Zauber und Szenarioansätze vorgestellt, die weiteres konkretes Spielmaterial liefern.

Auch wenn eigentlich bereits eines der Mythos-Bücher ausreichen würde, um eine Cthulhu-Runde über den Rand des Wahnsinns hinauszutreiben und viele dieser Folianten nie in die Hände von Spielercharakteren gelangen sollten, stellt diese Sammlung ein sehr gutes Quellenbuch dar, auch wenn man es in seiner Gänze nicht nutzen können wird.

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