Necropolis 2350

12.Dezember 2009 Björn Lippold

Necropolis 2350 ist das erste Setting für Savage Worlds und entführt den Spieler in eine tatsächlich wilde und bedrohliche Zukunft. 2350 ist der Planet Salus die letzte Bastion der Menschheit, und auf dem als Necropolis bekannten Planeten kämpfen die Ritter der Heiligen Orden der Kirche gegen die Rephaim – untote Monster, die die Menschheit zu vernichten drohen.

Die Rollen von Gut und Böse sind bei Necropolis klar verteilt. Auf der einen Seite stehen die Ritter, eine hochgerüstete Armee, die lange nicht mehr nur mit Schwertern sondern mit modernsten Feuerwaffen, Panzern und Artillerie gegen eine Horde von Zombies, Vampiren und anderen Untoten auf der Gegenseite antritt. In der Grauzone dazwischen stehen die mächtigen Konzerne, die häufig der Kirche ihre Macht neiden, andererseits aber auch gegen die Rephaim arbeiten.

Das Regelwerk stellt zunächst die Charakteroptionen wie die verschiedenen Ritterorden, Talente und natürlich Ausrüstung – vor allem in Form von Waffen und Militärfahrzeugen – vor. Danach wird die Hintergrundwelt mit dem Fokus auf Kirche, Konzerne und Konflikt vorgestellt. Der Spielleiter erhält zudem umfassende Informationen, was wirklich hinter den Untoten steht, sowie die Kampagne Schlacht um Neu-Budapest, die eine großangelegte Militäroperation zur Zurückeroberung der Stadt darstellt und die Spieler in eine dramatische Offensive wirft. Hier geht es klar um Action und Kampf, und die Einzelszenarien sind verzahnt, so dass jede Niederlage das Spiel in Folge schwerer macht. Neben dieser Kampagne werden zudem einige Einzelabenteuer vorgestellt, die zwar ebenfalls kampflastig sind, aber durchaus auch mehr bieten als nur harte Schlachten gegen Horden von Untoten.

Necropolis 2350 ist ein extremes Setting: Die Kombination von waffenstarrenden Rittern und Untoten auf einer hochtechnisierten Science-Fiction-Welt ist wahrscheinlich nicht jedermanns Sache. Schon der Untertitel „Bete und kämpfe!“ macht klar, dass hier Gefechte und Massenschlachten im Mittelpunkt stehen, so dass diese Welt eher schon an ein Table-Top-Setting erinnert. Trotzdem bietet das Buch auch Hintergrund abseits der Schlachten, der zwar bizarr, aber passend ist (auch wenn an einer Stelle meiner Ansicht nach nicht ausgerechnet schon wieder okkulte Forschungen der Nazis eine Rolle hätten spielen sollen). Leider fällt die Qualität des Buchs was Satz und Druck angeht etwas gegen das gute Grundregelwerk zurück.

Trotzdem bekommt der geneigte Spieler mit Necropolis 2350 ein ungewöhnliches und heroisch-martialisches Setting, das den entsprechenden Spielern einige spannende Spielabende bescheren kann.

Paul Wade-Williams
Necropolis 2350
Prometheus Games, 282 Seiten, 29,95
ISBN 9783941077195

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