Nemesis 5/6: Morgengrauen/Die Stunde des Wolfs
19.Dezember 2009 Björn Lippold
Mit dem Doppelpack Morgengrauen und Die Stunde des Wolfs führen die letzten beiden Teile des Hörbuchs Nemesis die Geschichte um Burg Crailsfelden und die darin Eingeschlossenen zum Finale.
Die Handlung steigt wieder bei der erzwungenen Schatzjagd auf der Suche nach dem Nazigold ein, zu der der Wirt die drei anderen Überlebenden zwingt. Erneut dringen die vier Personen in die Keller der Burg ein, doch anstatt Gold zu finden, stoßen sie auf weitere Spuren von menschenverachtenden Forschungen und Experimenten und entdecken dabei auch einen Bezug zu sich selbst. Als der Erzähler, Frank, schließlich angeschossen wird, zerfällt jedoch die gesamte Fassade und die Wahrheit um Burg Crailsfelden kommt langsam ans Licht.
Johannes Steck steigert sich erneut in die Rolle des Erzählers und Protagonisten hinein, der zunehmend die Nerven verliert und am eigenen Geisteszustand zu zweifeln beginnt. Die Stimme verleiht dem Hörbuch im Finale seine Intensität, auch wenn der Plot um Nazi-Experimente, Züchtungsversuche und Telepathen am Ende etwas vorhersehbar wird. Trotzdem schließt sich schließlich mehr oder weniger der Kreis, und die kleinen Rätsel fügen sich zu einem Gesamtbild zusammen, das sicherlich nicht immer wahrscheinlich wirkt, am Ende aber aufgeht.
Damit erzählt Nemesis im Gesamten eine streckenweise durchaus spannende Geschichte, auch wenn sich Wolfgang Hohlbein an sehr typischen Elementen bedient, und gerade im Finale einige Klischees großzügig eingesetzt werden. Tatsächlich verleiht die Hörbuchfassung aber durch die mal gehetzte, mal resignierte und mal aggressive Lesung von Johannes Streck dem Ganzen eine durchaus spannende Stimmung. Trotz der Klischees bleibt damit am Ende zwar kein herausragendes aber in durchaus solides Hörbuch.
Tags:Hörbuch, Silberfisch
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