Schatten über Camelot
07.Oktober 2007 Björn Lippold
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Serge Laget, Bruno Cathala Schatten über Camelot Days of Wonder, 3-7 Spieler, 60-80 Minuten |
Unter dem Titel Schatten über Camelot präsentiert Days of Wonder ein Spiel mit einem recht ungewöhnlichen Konzept. Wie der Titel erwarten läßt, übernehmen die Spieler die Rolle der Ritter der Tafelrunde, um Camelot vor diversen Gefahren zu schützen. Die Angriffe der Pikten und Sachsen müssen abgewehrt, das Turnier mit dem schwarzen Ritter gewonnen, der Gral und Excalibur beschafft, Lancelot gerettet und ein Drache besiegt werden. Dabei arbeiten die Spieler zusammen, und es gibt am Ende keinen einzelnen Gewinner. Jeder Spieler muß sich sowohl für Aktionen entscheiden, mit denen die Gegner Camelots ihren Zielen näherkommen, als auch eigene Heldentaten begehen.
Allerdings gibt es dabei noch eine weitere Schwierigkeit: einer der Spieler kann ein Verräter sein, der in Wirklichkeit versucht, den Fall Camelots zu beschleunigen. Das Spiel gliedert sich in mehrere Einzelquesten, die parallel und einzeln gelöst werden können. Werden diese Missionen erfolgreich abgeschlossen, winken Siegpunkte und Vorteile. Beim Fehlschlag sammelt das Böse Siegpunkte und die Spieler bekommen weitere Schwierigkeiten. Die verschiedenen Spielmechanismen von Schatten über Camelot erfordern gleich zwei Anleitungen, allerdings sind diese gut nachvollziehbar. Wenn man erst einmal eine Probepartie gespielt hat, sind die Regeln leicht zu durchschauen. Die Ideen in dem Spiel sind wirklich vielseitig und überzeugend, und die komplexen Konzepte haben mir bereits beim Lesen gut gefallen.
Ich hatte jedoch etwas Sorge, daß ein kooperatives Spiel zu leicht sein könnte, die jedoch unbegründet war. Vielmehr sind meine Mitspieler nach zwei völlig vernichtend verlorenen Partien schwer
entmutigt gewesen.
Wenn man nicht koordiniert vorgeht, wenden sich schnell einzelne Questen gegen die Spieler. Mit drei Zugmöglichkeiten für das Böse, fünf Zugmöglichkeiten für die Ritter (die individuelle Spezialfertigkeiten haben), mehreren Questen, Siegbedingungen und Karten, die per Zufall den Spielverlauf mitbestimmen, muß man sich eine Taktik erstmal erarbeiten und sehen, ob diese in der Praxis überlebt.
Mich hat nach der ersten Frustration inzwischen der Ehrgeiz gepackt, das Spiel zu besiegen. Außerdem sind die Regeln modular genug, um den Schwierigkeitsgrad selbst ein wenig anzupassen (auf den Verräter sollte man ruhig vorerst verzichten). Das Regelbuch gibt nur Hinweise, wie man das Spiel noch verschärfen kann.
Schatten über Camelot ist aus meiner Sicht ein faszinierendes Spiel mit wirklich innovativen Konzepten. Allerdings dürfte es dank des kooperativen Spielmodus und des Schwierigkeitsgrads garantiert nicht jedermanns Sache sein. Andererseits denke ich inzwischen, nachdem ich die ersten Niederlagen verwunden habe, daß ein solches Spiel nicht nach den ersten paar Probepartien zu knacken sein sollte, denn dann würde es sicher schnell langweilig. Mit der richtigen (Rollenspieler-)Einstellung und der Bereitschaft, sich einer Herausforderung zu stellen, ist das Spiel jedoch eine echte Bereicherung.
Tags: Brettspiel, Days of Wonder
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