Taken

07.März 2009 Klaus Johann

Ex-Agent Bryan (Liam Neeson, Rob Roy) ist ein wenig vorsichtig, vielleicht hat ihn sogar sein Job paranoid gemacht, wie seine Ex-Frau vermutet. Als allerdings seine 17jährige Tochter Kim (Maggie Grace, Lost) mit einer Freundin eine Reise nach Frankreich machen möchte, gibt er seine Erlaubnis nur ungern und unter einigen Bedingungen. Als hätte er es gewußt: Kaum in Paris angekommen, wird Kim von einem albanischen Menschenhändler-Ring verschleppt. Die Albaner ahnen nicht, dass Bryan keine seiner Fähigkeiten verlernt hat und bereits auf dem Weg nach Paris ist…

Einige werden Taken lediglich als einfältiges Selbstjustiz-Vehikel bezeichnen. In der Tat: Der Action-Thriller ist formal tatsächlich ein B-Movie, allerdings wurde selten eines so rasant und kurzweilig in Szene gesetzt wie dieses. Liam Neeson als Ein-Mann-Armee, die keine Gefangenen macht, spielt großartig und ist keine hohle Charles-Bronson-Karikatur. Statt dessen wirkt der Film, der hierzulande übrigens unter dem Titel 96 Hours läuft, wie eine eher anspruchsvolle Variante von Death Wish- Ein Mann sieht rot.

Neeson kauft man seine Emotionen und seine Intentionen dank seiner enormen schauspielerischen Größe zu jedem Zeitpunkt ab, davon abgesehen schafft er es, trotz seines fortgeschrittenen Alters, problemlos als Actionstar zu bestehen. Taken, in dem es bisweilen nicht gerade zimperlich zur Sache geht, bietet nicht mehr und nicht weniger als anderthalb Stunden Tempo mit einem respektablen Bodycount.

9 von 10 Punkten

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