Tide of Iron
09.September 2008 Björn Lippold
John Goodenough
Tide of Iron
Fantasy Flight Games
Das martialische Cover zeigt sofort, worum es bei Tide of Iron geht: Hintergrund dieses Strategiebrettspiels ist der 2. Weltkrieg. 2-4 Spieler können auf Hexfeldkarten Gefechte zwischen deutschen und alliierten Truppen nachspielen.
Die Regeln und das Spielmaterial von Tide of Iron sind umfangreich. Neben 50 Seiten Regeln gibt es ein Szenariobuch, und die Kartenteile und Spielkarten werden von einem großen Arsenal Plastiksoldaten und -panzer ergänzt.
Die Regeln sind umfangreich aber eingängig, und das Spiel berücksichtigt Gelände, kennt Spezialtruppen, nutzt Moral usw. Durch spezielle Command- und Operation-Karten kann der Spielverlauf zusätzlich modifiziert werden. So kann z.B. Nebel das Spiel beeinflussen oder Artillerie-Unterstützung das Kriegsgeschehen herumreißen. Auch die Initiative wird über Kommandopunkte durch das Erreichen strategischer Ziele bestimmt.
Die Szenarien, die in den historischen Kontext eingeordnet werden, sind in der Regel keine Schlachten bis zum letzten Mann, sondern Gefechte mit konkreten Siegbedingungen und häufig klaren Unterscheidungen zwischen Angreifer und Verteidiger, nicht nur was die Truppenaufstellung angeht.
Regeltechnisch oder von der Aufmachung her ist an Tide of Iron nichts auszusetzen. Wer ein komplexes aber nicht zu kompliziertes Strategiespiel sucht, findet hier einen guten Vertreter des Genres. Allerdings behagt mir persönlich der Hintergrund des Spiels nicht besonders, da der 2. Weltkrieg als Szenario aus meiner Sicht nicht die geschmackvollste Wahl ist. Ein abstrakterer Hintergrund wäre mir hier deutlich lieber gewesen.
(Rezension aus Mephisto 38)
Tags: Brettspiel, Heidelberger Spieleverlag, Strategiespiel
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