Tiefwasser (D&D)

13.Juli 2009 Björn Lippold

Mit Tiefwasser ist nun ein Quellenbuch zur einer der großen Städte der Vergessenen Reiche erschienen. Und mit der Hafenmetropole an der Schwertküste hat man sich eine wirklich außergewöhnliche Stadt ausgesucht.

Die Geschichte von Tiefwasser ist mehr als bewegt, wie die ersten Kapitel zeigen, und die aktuelle politische Ordnung ist komplex, sind doch die meisten Fürsten der Stadt maskiert, das heißt ihre Identität ist geheim. Allerdings gibt es auch einen offenen Herrscher, doch bedeutender für die Stadt dürften die Magier, Geheimbünde, Interessengruppen, Kulte und Monster sein, die an den Machtspielen in der Stadt beteiligt sind. Diesem Aspekt wird ein sehr großer Teil des Buchs gewidmet, nämlich der ausführlichen Vorstellungen von Gruppierungen und ihrem Zusammenspiel, sowie den individuellen Personen, die als wichtige Charaktere der Stadt auftreten. Hier hat mir vor allem gefallen, daß die Charaktere durch ihre Beschreibung zum Leben erweckt werden, während man sich Spielwerte häufig gespart hat.

Tiefwasser ist eine Stadt voller Magie, und unter der Stadt befindet sich mit dem Unterberg ein gigantisches Gewölbe, das bis ins Unterreich hinabreicht. Doch allein die Enklave Schädelhafen, die Hinterlassenschaften eines verrückten Magiers und andere Schrecken sorgen hier für eine Spielwiese, die Abenteuern viel zu bieten hat.

Die Stadt selbst wird mit Beschreibungen und Karten gut vorgestellt, und glücklicherweise bekommen nur die wirklich interessanten Dinge Detailbeschreibungen (sonst wäre dieses Buch wohl auch mehrfach so dick geworden).

Natürlich wurde bei diesem D&D-Buch nicht auf neue Prestigeklassen, Monster, Zauber und Ausrüstung verzichten, so daß man ein recht rundes Paket bekommt.

Wer eine facettenreiche Fantasystadt für D&D sucht, sollte sich Tiefwasser einmal anschauen, denn als Szenario hat das »strahlendste Juwel der Reiche« viel zu bieten.

(Rezension aus Mephisto 40)

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