Tribun

08.Juli 2009 Björn Lippold

Mit Tribun ist beim Heidelberger Spieleverlag mal keine Übersetzung eines Titels von Fantasy Flight Games, sondern eine deutsche Produktion erschienen. Vor dem Hintergrund des antiken Roms versuchen die Spieler, Macht in der Metropole zu sammeln. Je nach Spielvariante müssen sie für einen Sieg Geld, Einfluß, Truppen, göttliche Gunst, den Titel des Tribun etc. erringen.

Grundsätzlich besteht das Spiel aus zwei Phasen. In der ersten Phase müssen Einflußkarten gesammelt werden. Für diese Aufgabe stehen verschiede Möglichkeiten zur Verfügung: im Atrium Auctionorum wird um Karten gesteigert, in der Latrine nimmt man, was man bekommt, und in den Thermen gilt, wer zuerst kommt, malt zuerst.

Mit den Einflußkarten kann man versuchen, die Kontrolle über die verschiedenen Einflußgruppen Roms zu erhalten: Gladiatoren, Legaten, Plebejer, Senatoren usw. Gelingt es einem Spieler, eine solche Gruppe zu kontrollieren, profitiert er von Vorteilen wie Einnahmequellen, göttlicher Gunst usw. Daher kann es schwierig werden, den Einfluß lange gegen die Konkurrenten zu halten. Durch das geschickte Zusammenspiel all dieser Faktoren versuchen alle Spieler, schließlich die Siegbedingungen zu erfüllen.

Auf den ersten Blick erschlägt Tribun mit den Möglichkeiten und Sonderregeln. Das Spiel ist logisch aufgebaut, so daß man die Mechanismen nach wenigen Runden beherrscht und die verschiedensten taktischen Spielezüge planen kann.

Für Spieler, die Zeit auch für längere Partien haben und ein komplexes, aber nicht zu kompliziertes Taktikspiel suchen, kann man Tribun empfehlen. Da es verschiedene Siegbedingungen gibt, kann man die Länge und Schwierigkeit der Partien praktischerweise individuell anpassen.

(Rezension aus Mephisto 40)

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